News

03. März 2026

Führung unter Dauerbelastung

In der Schweiz arbeiten über 420’000 Menschen in leitenden Funktionen. Sie bewegen sich täglich zwischen Druck, Unsicherheit, komplexen Entscheidungen und einem «Chor» ungleicher Erwartungen: vom Team, von Vorgesetzten, von der Organisation. Dazu kommen Ansprüche, die sie an sich selbst haben. Alles berechtigt. Alles gleichzeitig.

In dieser unübersichtlichen Gemengelage wird man schnell zum Getriebenen. Zu viele Stimmen beeinträchtigen die Wahrnehmung und die aus einer gesunden Distanz gewonnene Beurteilung.

Im neuen Bilanz Wirtschaftsmagazin reflektiere ich Auswege aus dieser scheinbar verfahrenen Situation. Dabei geht es weniger um eine weitere Methode, sondern um die Fähigkeit, sich selbst klug zu führen.

Interesse geweckt? Den ganzen Artikel finden Sie im neuen Bilanz Wirtschaftsmagazin und auf dieser Homepage unter

https://www.knoch-beratung.ch/autorin/.

Mein Dank gilt dem Bilanz Wirtschaftsmagazin für Ihr Interesse an diesem wichtigen Thema.

25. Februar 2026

Kommunikationsfalle Rechtfertigung

Gerne würden wir als Führungskräfte in besonderem Masse wirkungsvoll kommunizieren, doch manchmal heisst es «zurück auf Start». Dann sind wir in eine Kommunikationsfalle geraten. Wir erklären in einem Mitarbeitergespräch erschöpfend etwas, das eigentlich keine Begründung mehr benötigt, z.B. eine zurückliegende Entscheidung, die gemeinsam ausgehandelt und getroffen wurde.

Das alles passiert in Sekundenbruchteilen:

  • Eine möglicherweise absichtslose Bemerkung trifft uns, weil wir uns missverstanden fühlen.
  • Schon sind wir mitten in der Rechtfertigung. Wir erklären, appellieren ans Gegenüber. Und erreichen uns nicht mehr.

Was hilft in solchen Momenten?

  • Die eigene Irritation wahrnehmen – und aushalten.
    Wie? Indem wir bewusst pausieren und schweigen. Damit verlangsamen wir die Kommunikation und gewinnen den nötigen Raum, wieder absichtsvoll agieren zu können.
  • Die Situation klären und den Ball zurückspielen.
    Wie? Wir fragen nach, um besser zu verstehen («Was meinen Sie mit …?» «Wie hätten Sie das machen wollen?»). Wir spiegeln Widersprüchliches («Ich höre: Sie sind zufrieden. Gleichzeitig wäre Ihnen etwas anderes lieber. Wie passt das zusammen?»). Schliesslich hilft wohldosierter Humor, wenn es Beziehung und Kontext tragen («Ich dachte, wir hätten das gemeinsam vereinbart, war mein Doppelgänger im Gespräch?»).

Wichtig ist, sich nicht mehr in die Rechtfertigungsspirale ziehen zu lassen. Wir dürfen Gesagtes auch stehen lassen. Rechtfertigungen ändern schliesslich selten ein Verhalten oder eine Meinung. Gute Fragen dagegen schon.

Welche Frage hilft Ihnen am meisten, nicht in den Rechtfertigungsmodus zu rutschen?

25. Februar 2026

Alles neu in 2026?!

Nicht ganz alles! Der Inhalt bleibt gleich, die Verpackung ändert sich. Ende Januar 2026 habe ich gemeinsam mit Noëmi Bräm, einer Zürcher Fotografin, neue Fotos für meine Homepage und für’s neue Buch aufgenommen. Die Zusammenarbeit hat Spass gemacht! Das ist gar nicht selbstverständlich. Unterwegs waren wir im wunderbaren Kulturareal Mühle Tiefenbrunnen und in ihrem luftigen Studio hinter dem Bahnhof Zürich. Wer die Fotografin kennenlernen möchte, dem sei ein Blick auf meine Gallerie oder direkt auf die Homepage der Fotografin empfohlen:

https://www.noemibraem.ch/

16. Februar 2026

Zahl der Führungskräfte in der Schweiz auf historischem Höchststand!

In der Schweiz sind derzeit 8.6% aller Berufstätigen in leitenden Positionen tätig. Das entspricht mehr als 420’000 Führungskräften und einem historischen Höchststand. Seit den 1970er-Jahren hat sich ihre Zahl mehr als verdreifacht, allein in den vergangenen zehn Jahren um knapp 40%.

Damit wächst auch der Bedarf an Führungskompetenzen. Denn nicht jede gute Fachperson ist automatisch auch eine gute Führungskraft. Das neue Buch «Führungssituationen erfolgreich meistern» von Dr. Cornelia Knoch zeigt praxisnah, wie Verantwortliche auch unter hoher Belastung Prioritäten setzen, Grenzen ziehen und handlungsfähig bleiben.

Siehe Beitrag der eliott AG in Zürich, Schweiz, auf LinkedIn.

Foto @Noëmi Bräm

03. Februar 2026

Misten Sie Ihre Jahresgespräche aus: Mit zwei Formaten erzielen Sie mehr Wirkung.

Ernsthaft? Packt Ihre Organisation auch alles ins Jahresgespräch? Leistungsbewertung, Bonus, Zielvereinbarung, Entwicklung und Zufriedenheit? Das Ergebnis ist ein überladener, demotivierender und für den Alltag wenig anschlussfähiger Prozess?

Mein Vorschlag: Thematisieren Sie Entwicklung und Ziele getrennt in zwei schlanken Formaten mit eigener Taktung.

1) Entwicklungsgespräch: Fokus Stärken, Motivation, Lernen und benötigte Unterstützung. Ohne Noten, ohne Gehaltsdiskussion. Warum? Eine Stärkenorientierung erhöht Energie, schafft Bindung, stärkt Resilienz und die Basis für nachhaltige Leistung.

2) Zielgespräch: Ziele gemeinsam vereinbaren und konsequent evaluieren. Das mit Hilfe einer einfachen Logik. Die Umsetzung liefert die Beispiele, die im Feedback gespiegelt werden. Wer mag, nutzt monatliche Reviews, um Transparenz und Fokus zu erhöhen.

Drei Prinzipien gelten für beide Formate:

  • Vorwärtsgewandtheit: Es wird nur so lange zurückgeschaut, wie nötig, dann werden Lösungen und nächste Schritte definiert.
  • Mensch vor Maschine: Tools sollen helfen, nicht dominieren. Das heisst «Bildschirm runter, Blickkontakt rauf», also sicht- und spürbar Interesse zeigen.
  • Führungsrituale statt Zufall: Regelmässige 1:1-Gespräche, geklärte Erwartungen und eine gelebte Feedback-Kultur sind messbare Führung und keine Zeitverschwendung.

So schaffen Ihre Führungsinstrumente wieder Eigenverantwortung für Entwicklungsfragen, Zielklarheit und spürbar mehr Motivation im beruflichen Alltag – auf allen Seiten.

Beschäftigen Sie derartige Fragestellungen? Dann schauen Sie gerne rein ins neue Buch!

Foto @Noëmi Bräm

25. Juli 2025

«Aktion!»

Was man so alles in seinen Archiven findet. Mitbekommen habe ich glücklicherweise nicht, dass hier jemand heimlich mitgeschnitten hat. Die Person hat es aber gut gemeint. Und man erkennt unschwer, wie ich meiner Schweizer Heimat auch im Ruhrpott verbunden bin. Und niemand der Anwesenden protestiert! In dem Sinn: «Aktion!»

15. Juni 2025

In Produktion!

Finally! Ein Meilenstein muss gefeiert werden. Ich freue mich herzlich, das Cover meines neuen Buches zu zeigen.

Ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen sind zweierlei Prozesse. Ist das Manuskript inhaltlich finalisiert und beim Verlag, folgt eine Phase des Wartens für den oder die Autor*in. Zuerst lektoriert der Verlag, dann prüft er formal, bis er das Buch schliesslich in die Produktion gibt. Und die nimmt noch einmal beträchtlich Zeit in Anspruch. «Gut Ding will Weile haben.» Ich bin mit dem heutigen Meilenstein hoch motiviert und sehr froh’ um meine lieben Ansprechpartnerinnen beim Verlag, die mir auch dann ein gutes Gefühl gegeben haben, wenn das Warten für mich ein wenig schmerzhaft wurde. Es wird ein gutes Buch werden. Und wer Interesse hat, kann mich heute schon für eine Vorbestellung kontaktieren. Ich freue mich.

12. Februar 2025

Was tun, wenn der Job nicht die Erwartungen erfüllt, die man an ihn hat?

Bevor man den Bettel ins Heu wirft und seine Anstellung kündigt, lohnt sich ein genauer Blick auf die tieferen Beweggründe der persönlichen Unzufriedenheit. «Man nimmt sich überall selbst mit hin» sagt Ragnhild Struss, denn anderenfalls wiederholt man am neuen Ort die schwierigen Erfahrungen. Dabei hilft die Einsicht

  • dass wir oft nicht wissen, warum wir eigentlich unzufrieden sind,
  • dass die Angst, zu scheitern oder anzuecken, uns abhält, aktiv zu werden,
  • dass wir bequem sind und den bekannten Schrecken dem unbekannten vorziehen,
  • dass innere Überzeugungen verhindern, andere Verhaltensweisen auszuprobieren.

«Job Crafting» beschreibt einen Lösungsansatz, Zufriedenheit im Beruf zu erlangen, indem man selbstbestimmt Einfluss nimmt, bevor die Passung «kippt». Dabei ist es legitim, die berufliche Tätigkeit als Mittel zum Zweck zu verstehen, solange grundsätzliche Erwartungen an diese erfüllt sind. «Leidenschaft» ist bspw. keine Voraussetzung, dafür Zufriedenheit, die dafür sorgt, dass man langfristig gesund bleibt, mit Stress umzugehen weiss und Resilienz entwickeln kann.

Leider verfügen wir oft nicht über die nötigen konstruktiven Techniken, Kenntnisse oder Verhaltensweisen, die uns helfen, auf uns und auf unsere Möglichkeiten im beruflichen Kontext Einfluss zu nehmen. Der hörenswerte Podcast «Smarter leben» gibt Einblick in Job Crafting und stellt ein exemplarisches 5-Punkte-Programm vor, das unterstützt, sich selbst und den eigenen Bedürfnissen auf die Spur zu kommen. Kernelemente sind:

  • Innere Widerstände ernst nehmen und den damit verbundenen unangenehmen Gefühlen auf den Grund gehen.
  • Die eigene Persönlichkeit erforschen und dabei einen Blick auf die selbstwirksam-glücklich-machenden Momente in der Kindheit zu werfen.
  • Sich erlauben, gross zu denken und den bisherigen Erfahrungshorizont spielerisch zu sprengen.
  • Perspektiven auszuloten und in die Realität zu integrieren.
  • Die Umsetzung anhand eines Aktionsplans.

Der bleibende Gewinn einer solchen Selbstreflexion ist, sich auf die Spur gekommen zu sein und sich, sollte es am bisherigen Ort nicht gelingen, das Umfeld zu suchen, an dem Erwartungen Rechnung getragen wird.

Ragnhild Struss und Lenne Kaffka in https://www.spiegel.de/karriere/job-crafting-in-fuenf-schritten-die-arbeit-wieder-lieben-lernen-a-f1ecb06b-8dd6-4d05-a58e-c7bbe8d96830

Foto © Cornelia Knoch, unbekannter Künstler, gesehen am 10.05.2024, HB Schlieren

31. Januar 2025

Besserwerden

Der amerikanische Psychologe Daniel Goleman hat in seinem neuesten Buch «Optimal» aktuelle Studien über ausserordentliche Führungsleistungen in sein Modell der Emotionalen Intelligenz integriert. Unter der Prämisse «man kann immer lernen» ist ein handfestes Tool für die Selbstreflexion im Führungsalltag entstanden, das hilft, individuelle Fähigkeiten und Begrenzungen besser zu verstehen. Das ist die Grundlage, um neues Verhalten auszuprobieren. «Cross the arms in a new way», sagt Goleman und weist darauf hin, dass sich das zu Beginn wohl unangenehm anfühlen kann, sich aber mit der Zeit zu einer neuen Gewohnheit ausbildet, die die bereits bestehenden Facetten komplementiert.

Wie liest sich das 4-Felder-Modell?

Im Feld «Selbstwahrnehmung» geht es darum zu erkennen, dass Emotionen Aufmerksamkeit steuern. Das hat Macht. Darum ist es hilfreich, dass man seine Gefühle kennt und weiss, wie diese die Wahrnehmung, Impulse, Denken und Handeln beeinflussen. Hier hilft die Frage «Wo bin ich gerade?», um vorschnelle Reaktionen zu vermeiden und stattdessen den Raum zwischen Impuls und Aktion wahrzunehmen. So kann bewusstes Handeln entstehen.

Im Feld «Selbstorganisation» geht es nicht etwa darum, wie man die Aufgaben auf seinem Schreibtisch priorisiert, sondern darum, im Fokus zu bleiben und mit belastenden Emotionen in guter Art und Weise im Führungsalltag umzugehen. Das impliziert, entgegen widrigen Umständen die guten Seiten im Blick zu behalten und sich trotz Ablenkungen auf das Ziel zu konzentrieren. Dabei beweglich bleiben und an das eigene Wachstum und an das der anderen glauben, ist eine weitere Qualität, die in diesem Feld Bedeutung hat.

Das Feld «Sozialbewusstsein» umfasst die sozial-empathischen Aspekte des Miteinanders in einer Organisation und im Team. Das heisst, man kann sich in den anderen einfühlen, und zwar auf der kognitiven als auch auf der emotionalen Ebene. Kognitiv meint, Perspektiven wechseln zu können, emotional bedeutet, Gefühle des Gegenübers «automatisch» zu verstehen. Das passiert in der Regel unbewusst und schnell. Vertrauen baut man auf, indem man fürsorglich füreinander ist. Ausserdem weiss man, wie das umgebende System, also die Organisation, «tickt», denn das ist hilfreich, konstruktiv zu agieren und entsprechend Einfluss zu nehmen.

Das Feld «Beziehungsmanagement» beleuchtet förderliche Führungsqualitäten auf der Ebene der Zusammenarbeit. Gemeint ist das Potential der Einflussnahme durch die Führungskraft, die es ermöglicht, dass das Team seine Aufgaben bestmöglich erledigen kann. Dazu gehört auch, den Sinn der Aufgaben zu thematisieren, damit das Team nachhaltige Leistung zeigen kann. Ein Herzstück ist die Inspiration. Selbst ein Teamplayer zu sein, gehört mit zur Vorbildfunktion einer Führungskraft. Dies in alle Richtungen und setzt voraus, ruhig und fair mit Konflikten im Team umzugehen, gut zuzuhören und zu einer von beiden Seiten akzeptierten Lösung beizutragen. Schliesslich bedeutet die Arbeit im Feld Beziehungsmanagement auch, aktiv dazu beizutragen, künftige Führungskräfte in der Organisation aufzubauen und diese Personen in ihrer Entwicklung als künftige Leader zu unterstützen.

Wie arbeitet man mit dem Modell?

Im ersten Schritt, indem man sich ehrlich fragt, ob und in welchem Mass man die Aspekte in den einzelnen Feldern erfüllt. Dazu kann man, wenn man das möchte, sein Umfeld als Feedbackgeber einbeziehen. Im zweiten Schritt wählt man einen Aspekt in einem Feld aus, indem man besser werden möchte. Auf diesen fokussiert man sich in einem Zeitraum von etwa 8 Wochen. Dieser Zeitraum macht insofern Sinn, da Studien gezeigt haben, dass man etwa 66 Tage braucht, um eine neue Gewohnheit zu etablieren. Beobachtungen und Erfahrungen werten man dann kurz und knapp, am besten schriftlich, in einem selbstbestimmten Rhythmus für sich selbst aus. Auch hier hilft das Einholen von Feedback.

Goleman meint übrigens pragmatisch, dass jeder immer besser werden kann. Er verdeutlicht dies am Beispiel des «Zuhörens» und verweist darauf, dass wir alle in die Falle des «poor listenings» laufen können, z.B. indem wir den anderen unterbrechen und oder beim Zuhören vorwiegend daran denken, was wir bei nächster Gelegenheit einbringen und sagen wollen. In diesem Fall empfiehlt er das Augenmerk zum Besserwerden auf «well listening».

Golemans Modell erinnert immer wieder an Aussagen zum Transformationalen Leadership, deutlich im Feld «Beziehungsmanagement» (u.a. die Aspekte Inspiration, Sinn, Coaching). Das könnte man als Argument für einen Führungsstil verstehen, der vielleicht gerade in der aktuellen Zeit etwas in den Hintergrund gerückt ist.

Sind Sie angesprochen? Probieren Sie es aus.

Freie Übersetzung, Interpretation und Visualisierung © Dr. Cornelia Knoch Beratung. Quelle: Daniel Goleman in Big Think+ unter https://youtu.be/-qmLoJ7-A80?si=OQ-E7Gtnl4ITy8p4.